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Alles wie ein Traum

Alles wie ein Traum....

Mein Austauschsjahr mit AFS in Argentinien 2003/2004

Es ist alles so verrückt, wenn ich mich daran erinnere, dass ich fast das ganze letzte Jahr damit verbracht habe Formulare auszufuellen, Fotos machen zu lassen, auf Vorbereitungen zu gehen, etc…einfach die ganze Zeit mit dem Austausch beschäftigt zu sein…Und dann ploetzlich kam der letzte Tag und es fiel mir schwer mich von allen am Bahnhof zu verabschieden, vor allem, wenn man die ganzen traurigen gesichter sieht. Aber auf der anderen Seite wusste ich ja, dass ich nicht alleine gehe, da ich zumindest mit einer Freundin von mir geflogen bin und ich auch einfach neugierig und gespannt war, auf das was mich erwartet hat! Dann kam der laaaaaaaange Flug von Frankfurt nach Buenos Aires, was schon ein kleines Abenteuer war.15 ½ Stunden zu fliegen ist schon hart, vorallem, weil man nicht gerade bequem schlafen kann. Dann aber nach 13h Zwischenlandung in Sao Paulo/Brazil. Aufenthalt ½ std. und weiter ging's.

Angekommen in der riesigen Hauptstadt von Argentinien habe ich erstmal festgestellt, dass ich meine Jacke und meine Weste auf dem Flughafen in Brasilien vergessen hatte. Super, denn es war auch noch Winter und ziemlich kalt, was man sich jetzt bei der unerträglichen Hitze hier gar nicht mehr vorstellen kann. Dann nach dem ganzen checken der Formulare und Papiere usw. Habe ich meinen Koffer gesucht. Und gesucht und gesucht…natürlich war meiner als einziger nicht da. Wurde in Frankfurt “vergessen”. Man kann sich ja vorstellen, wie ich mich gefühlt habe…Und dann haben auch noch die Helfer gegrinst, weil ich mich ein wenig aufegeregt habe. Wie auch immer. Zum Glück habe ich ihn nach ca. 1 Woche wiederbekommen! Jetzt war ich nur froh, dass ich alles wichtige in meinem Handgepaeck hatte!---- Das nächste komische Gefühl hatte ich, als ich in meiner Stadt angekommen bin (Resistencia, die Hauptstadt von der Provinz de Chaco im Norden) und mich meine Gastmama abgeholt hatte. Die kommende Zeit war einfach alles neu und man hat schnell gemerkt, dass die Leute hier mehr Temperament und eine andere Mentalität haben! In meiner neuen Schule ( private, katholische Mädchenschule mit Uniform und Nonnen) sind dann alle auf mich eingestürzt und haben mich ausgefragt! War schon ziemlich komisch so im Mittelpunkt zu stehen! Außerdem gab es da ja auch noch ein kleines Problem, nämlich dass ich überhaupt kein Spanisch konnte, ich also niemanden verstanden habe! Ich hatte zwar das Glück, dass meine Geschwister alle Englisch reden und in meiner Schule auch ein paar wenige, aber es allgemein sehr wenig gibt, die es wirklich können! meine Familie übrigens besteht aus meiner lieben Mama, die Sportlehrerin ist, aber eigentlich nicht so sportlich ist, 51 Jahre alt ist und sich viel um mich kümmert, dann mein Papa, der 3Jahre jünger ist als meine Gastmama sich aber wie der Chef hier benimmt und ein wenig mit dem Geld prahlt, aber trotzdem ganz lieb ist. Dann habe ich noch 3 Schwestern: 25 Jahre, 21Jahre und 17 Jahre. Mit der Ältesten und der Jüngsten wohne ich zusammen! Mit allen komme ich gut klar, außer das meine fast gleichaltrige Schwester ein wenig eifersüchtig war/ist…

Im ersten Moment ist mir vor allem aufgefallen, dass ich total anders aussehe, als die Leute hier, weil die Mehrheit naemlich kleiner, dunkelhaarig und dunkelhäutig ist! Man glaubt gar nicht, was man für eine Aufmerksamkeit mit blonden Haaren und blauen Augen bekommt! In der Strasse wird einem hinterhergeschaut und nachgepfiffen, was einem bei manchen nicht wirklich schmeichelt! Dann ist die Stadt nach einem “ Block-System” , wie z.b. in den USA aufgebaut. Hier gibt es überall Hunde in den Strassen und sogar noch Karren, die Pferde davor gespannt haben! Erst später sind mir die krassen Unterschiede aufgefallen und haben mich beschäftigt. Wie z.B. , dass ich in sowas wie einer kleinen “High-Society” lebe, die sich alles und mehr leisten können und dann läuft man in der Strasse und man wird von kleinen barfusslaufenden dreckigen Kindern um Essen/Trinken/Geld angebettelt. Da fühlt man sich schon komisch.

Ich habe schon so viele Leute kennen gelernt , Freundschaften geschlossen und schon vieles von diesem schönen Land mit vielen Gesichtern gesehen! In meiner Zeit hier habe ich schon viel (kennen-)gelernt und werde noch viel lernen, auch wenn es manchmal nicht einfach ist! Manchmal merke ich einfach, dass die Leute hier in bestimmten Richtungen ganz anders denken oder/und sich anders vehalten!

Nebenbei habe ich ja auch fast von alleine Spanisch gelernt, was ich gedacht habe, dass ich es nie lernen werde! Mein 5. Monat is schon angefangen uns ich kann so gut wie alles verstehen, wenn ich mich unterhalte und das Reden wird auch immer besser, womit ich viele zum staunen bringe! Auch die Zeit , die ich von Zuhause weg bin, sehe ich , was ich an “Deutschland” habe und natürlich vermisse ich besonders meine Familie und meine Freunde, aber ich weiß in Momenten, in denen es mir nicht so gut geht, dass ich das alles wiederbekomme, wenn ich zurückgehe. Das Leben hier ist einfach ein bisschen weniger relaxend und es kommt einem so vor, als haette man hier mehr Zeit! Das was ich auf jedenfalls jetzt schon weiß ist, dass das Austauschsjahr irgendwie anders ist, als ich es mir gedacht hatte.

Ich hoffe euch anderen in der ganzen Welt geht es auch gut und ich freue mich jetzt schon auf das “Grosse Wiedersehen”! Viele liebe Grüsse auch an unsere Betreuer des besten Komitees der Welt (OSNABRÜCK rules!)!!!!


Muchos besos, Eure Inga